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Risiken von Blei im Leitungswasser

Blei im Leitungswasser: Risiken, Grenzwerte und was du tun solltest

Blei gehört zu den gesundheitlich problematischen Schwermetallen. Eine langfristige Aufnahme sollte möglichst vermieden werden. Besonders empfindlich reagieren Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder, da Blei unter anderem das sich entwickelnde Nervensystem beeinträchtigen kann.

In Deutschland kann Blei insbesondere durch alte Trinkwasserinstallationen in das Leitungswasser gelangen. Deshalb gelten inzwischen strenge gesetzliche Vorgaben für Bleileitungen und den Bleigehalt im Trinkwasser.

 

Warum ist Blei im Trinkwasser problematisch?

Blei ist ein giftiges Schwermetall, das sich im menschlichen Körper anreichern kann. Besonders empfindlich sind Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder.

Bei Kindern kann eine erhöhte Bleibelastung insbesondere das Nervensystem und die Entwicklung der Hirnfunktionen beeinträchtigen. Bei Erwachsenen gehören unter anderem die Nieren zu den empfindlichen Organen bei einer chronischen Bleiexposition.

Ein Teil des aufgenommenen Bleis kann langfristig in den Knochen gespeichert und später wieder freigesetzt werden. Deshalb sollte die Aufnahme von Blei grundsätzlich so weit wie möglich reduziert werden.

 

Wie gelangt Blei ins Leitungswasser?

Das vom Wasserversorger bereitgestellte Trinkwasser ist nicht zwangsläufig die Ursache einer Bleibelastung. Blei kann insbesondere innerhalb älterer Gebäude durch die Trinkwasserinstallation in das Wasser gelangen.

Bleirohre wurden früher als Leitungsmaterial verwendet. In Teilen Süddeutschlands wurden sie bereits Ende des 19. Jahrhunderts verboten, während sie in anderen Regionen Deutschlands noch deutlich länger eingesetzt wurden. Seit 1973 wird Blei in Deutschland nicht mehr als Material für Trinkwasserleitungen verwendet.

Auch einzelne verbliebene Teilstücke aus Blei können problematisch sein. Darüber hinaus können bestimmte metallische Werkstoffe und Armaturen Stoffe an das Trinkwasser abgeben.

 

Sind Bleileitungen in Deutschland noch erlaubt?

Nein. Die novellierte Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass vorhandene Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei grundsätzlich bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden mussten.

Das betrifft nicht nur vollständig aus Blei bestehende Leitungssysteme. Auch einzelne Teilstücke müssen berücksichtigt werden.

Wenn du in einem älteren Gebäude wohnst und nicht weißt, aus welchem Material die Trinkwasserleitungen bestehen, kannst du dich an den Eigentümer beziehungsweise Vermieter oder einen Fachbetrieb für Sanitärtechnik wenden.

 

Welcher Grenzwert gilt für Blei im Trinkwasser?

Der derzeit geltende Grenzwert für Blei im Trinkwasser beträgt 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l.

Ab dem 12. Januar 2028 wird dieser Wert weiter auf 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l abgesenkt.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass bereits der aktuelle Grenzwert in Wasser, das durch Bleirohre geflossen ist, in der Regel nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

 

Wie erkennst du Blei im Leitungswasser?

Blei lässt sich im Trinkwasser nicht zuverlässig an Aussehen, Geruch oder Geschmack erkennen. Wenn ein begründeter Verdacht auf eine Bleibelastung besteht, schafft deshalb nur eine geeignete Untersuchung des Wassers Klarheit.

Bei Fragen zur Probenahme oder einer möglichen Belastung kannst du dich beispielsweise an das zuständige Gesundheitsamt wenden.

Besonders bei älteren Gebäuden kann es außerdem sinnvoll sein, die vorhandene Trinkwasserinstallation durch einen Fachbetrieb prüfen zu lassen.

 

Was solltest du bei einer Bleibelastung tun?

Wenn eine Überschreitung des Grenzwerts festgestellt wurde oder bekannt ist, dass das Wasser durch eine Bleileitung fließt, sollte die Ursache fachgerecht beseitigt werden.

Nach Empfehlung des Umweltbundesamtes sollte bleibelastetes Wasser nicht als Trinkwasser und nicht zur Zubereitung von Speisen oder Getränken verwendet werden.

Die dauerhafte Lösung besteht darin, vorhandene Bleileitungen und bleihaltige Teilstücke vollständig zu entfernen beziehungsweise die verantwortliche Quelle der Belastung zu beseitigen.

 

Kann eine Umkehrosmoseanlage Blei reduzieren?

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geleitet. Das Verfahren kann die Konzentration zahlreicher gelöster Wasserinhaltsstoffe reduzieren.

Die konkrete Reduktionsleistung einer Anlage hängt jedoch vom System, der verwendeten Membran, den Betriebsbedingungen und der jeweiligen Ausgangswasserqualität ab. Eine pauschale Aussage wie „Umkehrosmose entfernt alle Schadstoffe“ ist deshalb nicht korrekt.

Entscheidend ist außerdem: Eine Wasseraufbereitungsanlage ersetzt nicht die fachgerechte Beseitigung einer vorhandenen Bleileitung oder einer anderen Bleiquelle in der Trinkwasserinstallation. Bei einer festgestellten Bleibelastung sollte deshalb zunächst die Ursache geklärt und beseitigt werden.

Wie die Membrantechnik grundsätzlich funktioniert, erklären wir in unserem Beitrag zur Funktionsweise der Umkehrosmosemembran.

 

Was ist bei alten Gebäuden besonders wichtig?

  • Alter und Material der Trinkwasserinstallation prüfen
  • Bei unbekannter Installation Eigentümer, Vermieter oder Fachbetrieb ansprechen
  • Bei begründetem Verdacht eine fachgerechte Wasseruntersuchung durchführen lassen
  • Bekannte Bleileitungen und Teilstücke fachgerecht entfernen lassen
  • Bei einer bestätigten Belastung die Hinweise des zuständigen Gesundheitsamts beachten
  • Bleibelastetes Wasser nicht zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen verwenden

 

FAQ: Blei im Leitungswasser

Kann man Blei im Wasser schmecken?

Nein. Eine Bleibelastung lässt sich nicht zuverlässig am Geschmack, Geruch oder Aussehen des Wassers erkennen. Sicherheit bietet eine geeignete Untersuchung.

Sind Bleirohre in Deutschland noch erlaubt?

Vorhandene Bleileitungen und Teilstücke mussten nach der Trinkwasserverordnung grundsätzlich bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden.

Wie hoch ist der Grenzwert für Blei im Trinkwasser?

Aktuell liegt der Grenzwert bei 10 µg/l. Ab dem 12. Januar 2028 wird er auf 5 µg/l abgesenkt.

Wer ist durch Blei besonders gefährdet?

Besonders empfindlich reagieren Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Grundsätzlich sollte die Aufnahme von Blei jedoch in allen Altersgruppen möglichst gering gehalten werden.

Ist eine Osmoseanlage die Lösung bei Bleirohren?

Nein. Eine Osmoseanlage sollte nicht als Ersatz für die Entfernung einer vorhandenen Bleileitung betrachtet werden. Bei einer festgestellten Belastung muss die Ursache geklärt und fachgerecht beseitigt werden.

 

Fazit: Blei im Trinkwasser ernst nehmen und die Ursache beseitigen

Blei im Trinkwasser ist ein Thema, bei dem die Ursache entscheidend ist. Besonders alte Trinkwasserinstallationen können eine mögliche Eintragsquelle darstellen.

Seit dem 12. Januar 2026 dürfen vorhandene Bleileitungen und Teilstücke grundsätzlich nicht mehr weiterbetrieben werden. Wird eine erhöhte Bleikonzentration festgestellt, sollte das betroffene Wasser nicht zum Trinken oder zur Zubereitung von Lebensmitteln verwendet und die Ursache fachgerecht beseitigt werden.

Umkehrosmose ist ein Verfahren zur Aufbereitung von Trinkwasser und kann zahlreiche gelöste Wasserinhaltsstoffe reduzieren. Sie ersetzt jedoch nicht die Sanierung einer bleibelasteten Trinkwasserinstallation.

Wenn du dich grundsätzlich über Umkehrosmose und die Auswahl einer geeigneten Anlage informieren möchtest, findest du hier unseren Ratgeber zur Auswahl einer Osmoseanlage.

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